mitWirkung! Schleswig-Holstein

Projektträger: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und
Senioren des Landes Schleswig-Holstein

Kooperationspartner: Bertelsmann Stiftung / Deutsches Kinderhilfswerk e. V.

Projektleitung: ikm - Hamburg (Dr. Michael Freitag)

Projektlaufzeit: September 2006 bis Februar 2009

Modellkommunen: Elmshorn / Flensburg / Kropp

Finanzierung: Gemeinschaftsaktion „Schleswig-Holstein – Land für Kinder“
sowie Eigenanteil der Modellkommunnen

Zielsetzungen: Vorbildliche Umsetzung des § 47 f der schleswig-holsteinischen Gemeindeordnung in Bezug auf:

die Bereitschaft, Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen und Verantwortung mit ihnen zu teilen

die strukturelle Absicherung nachhaltiger Maßnahmen der Kinder- und Jugendbeteiligung

die individuelle Erfahrung von Selbstwirksamkeit (als Bedingung für ein auch im späteren Leben fortgesetztes bürgerschaftliches Engagement)
      
Herausforderungen:
    
Trotz begrenzter Ressourcen und Steuerungsmöglichkeiten die Modellkommunen möglichst effektiv zu fördern.

Kinder- und Jugendbeteiligung nicht nur als pädagogisches Maßnahmenpaket, sondern auch als Ansatz der Kommunalentwicklung zu realisieren.

Nicht in die „Modellprojektfalle“ zu tappen: Durch die besonderen Förderungsmöglichkeiten Effekte zu erzwingen, die in anderen Städten und Gemeinden in der Regel nicht wiederholt werden können.
  

Maßnahmen:

Erstellung von Partizipationsprofilen (Stärken / Entwicklungspotentiale)

Einsetzung und Qualifizierung eines Jugend-Projektbeirats

Ausbildung von „Prozessmoderatorinnen und -moderatoren für Kinder- und Jugendbeteiligung“

Förderung zahlreicher Praxisprojekte / Ideen-Wettbewerb

Kommunalberatung / Coaching

Transferkonzepte
   

Erfolge:

Die Beteiligungskultur der Modellkommunen wurde vom jeweiligen Partizipationsprofil bis zu den Transferkonzepten systematisch weiterentwickelt.

In jeder Modellkommune stehen auch zukünftig mehrere Fachkräfte zur Initiierung und Begleitung von Beteiligungsprozessen bereit.

In zahlreichen Praxisprojekten konnten Kinder und Jugendliche ihre Interessen wirksam vertreten. Flankiert wurde dies durch die strukturelle Absicherung von Beteiligungsmöglichkeiten z. B. in Form von Räumen (Eventhaus der DLRG-Jugend Kropp), Gremien (Rat der Betreuungskinder der Hafenschule Elmshorn) oder Arbeitsstrukturen (interdisziplinäre Zusammenarbeit im Flensburger „Qualitätszirkel § 47 f GO“).

Neue Formate der Kinder- und Jugendbeteiligung konnten erfolgreich erprobt und zugleich eine hohe Transferfähigkeit der gesammelten Erfahrungen sichergestellt werden.

Trotz des Endes des Modellprojekts wird die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Elmshorn, Flensburg und Kropp unvermindert fortgesetzt und weiterentwickelt.
 

Schlussfolgerungen: 

„mitWirkung! Schleswig-Holstein“ hat die Strategie der Förderung der zur Kinder- und Jugendbeteiligung bereiten Kommunen erfolgreich ausgereizt.

Parallel hierzu ist die Legitimität einer Missachtung des § 47 f GO durch andere schleswig-holsteinische Kommunen mehr als 12 Jahre nach dessen Einführung und fünf Jahre nach dessen Verschärfung zur Muss-Bestimmung noch weiter gesunken.

Das im bundesweiten Vergleich vorbildliche Spektrum an erfolgreich erprobten Methoden und Praxisbeispielen ist so ausdifferenziert und zugänglich, dass sich jede Kommune auf den Weg machen könnte, die Beteiligungsverpflichtung mit Leben zu erfüllen.

Diese Situation ermöglicht, erfordert zugleich aber auch einen deutlichen Strategiewechsel bezüglich zukünftiger Aktivitäten zur Förderung der Umsetzung des § 47 f GO.

Die nach vorsichtigen Schätzungen ca. 80 Prozent der schleswig-holsteinischen Kommunen, die nicht durch Aktivitäten der Kinder- und Jugendbeteiligung auffallen, sollten in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden.

Die zum Abschluss des Modellprojekts präsentierte CD mit dem Basiswissen zur Kinder- und Jugendbeteiligung kann hierbei nur ein erster Schritt sein. Des Weiteren erscheint es erforderlich, erstmals die Umsetzung des § 47 f GO durchgängig zu erheben, hierdurch noch einmal die Beteiligungsverpflichtung in Erinnerung zu rufen und zugleich passgenaue Angebote für die Kommunen zu machen, die sich bislang schwer getan haben.

Hervorragende Beispiele aus Modellkommunen helfen Kindern und Jugendlichen in anderen Städten und Gemeinden nur dann weiter, wenn in diesen überhaupt beteiligt wird. Hier gilt es, im Anschluss an „mitWirkung! Schleswig-Holstein“ verstärkt anzusetzen.